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Kriegerische Zustände herrschen in Afghanistan bekanntlich nicht erst seit gestern. Nicht die Lage ist neu, wohl aber der Minister, der sie kommentiert. Und da hat sich offenbar etwas verändert. Statt die Dinge weiter Schönzureden, könnte nun endlich auch dort Klartext geredet werden, wo über die Entsendung von Soldaten entschieden wird: im Bundestag.
Sie alle kennen die sprachlichen Verrenkungen, die in den letzten Jahren die Runde machten. Statt von Krieg war von Stabilisierungseinsatz die Rede, statt von Aufstandsbekämpfung von einer Friedens- und Wiederaufbaumission, von Soldaten als Aufbauhelfer - ja selbst von Tornados zur Planung von Infrastrukturprojekten, wie mir Abgeordnete des Deutschen Bundestages zu versichern versuchten. Ein einziger Eiertanz, den wir, den entwicklungspolitisch tätige NGOs immer mit größter Skepsis verfolgt haben.
Warum? – Auch darum wird es gehen, wenn ich Ihnen im Folgenden die Lage in Afghanistan aus der Perspektive von Hilfsorganisationen, die vor Ort tätig sind, schildern werde. Ausgangspunkt für mich sind zunächst eigene Erfahrungen, Besuche vor Ort, Gespräche mit Partnern, dann aber auch die Erfahrungen meiner Kollegen bei medico international, schließlich all das, was andere NGOs berichten, was wir untereinander austauschen und zuletzt in einem gemeinsamen Positionspapier unter dem Dach von VENRO zusammengetragen haben. Dessen Forderungen werde ich Ihnen gegen Ende meiner Ausführungen im Einzelnen erläutern.
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So sehr wir auf rasche und spürbare Verbesserungen drängen, steht für uns doch auch fest, dass nachhaltige Veränderungen nicht von heute auf morgen gelingen werden. Voraussetzungen sind partizipative Prozesse, in die alle relevanten Akteure eingebunden werden müssen, begleitet von Verhandlungen und vertrauensbildenden Maßnahmen, um schließlich langfristig angelegte Aufbauprogramme zu definieren, die nicht von außen übergestülpt werden und am Ende nur der Legitimation bzw. der Absicherung von Truppenpräsenz dienen.
Lassen Sie mich abschließend noch mal auf die Äußerungen von Verteidigungsminister Guttenberg zu sprechen kommen. In seinem Focus-Interview hat er auch gesagt, dass – und ich zitiere – "dass man in Afghanistan an seine Grenzen stößt, wenn man von einer Demokratie westlichen Stils zu träumen beginnt. Ein solcher Traum ist mit den Realitäten vor Ort nicht vereinbar. Auch dieser Traum hat uns viel Zeit gekostet".
Mit Blick auf die Verhältnisse, die in Afghanistan herrschen, mag auch darin etwas Zutreffendes zum Ausdruck kommen. Gewiss war die Idee naiv gewesen, das Modell des OECD-Staates nach Afghanistan exportieren zu wollen. Dennoch kann ich mich nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass er für die Grenzen, auf die man in Afghanistan nun stößt, vor allem die Afghanen selbst verantwortlich machen will.
So notwendig realistische Einschätzungen sind, so wenig darf dabei übersehen werden, dass die Sache der Afghanen schon lange nicht mehr die Sache der Afghanen alleine ist. Auch der Westen hat über Jahrzehnte hinweg heftig Einfluss genommen. Mit dem Argument, Freiheit und Demokratie verteidigen zu wollen, hat er den Kampf der Mujaheddin gegen die sowjetische Besatzung finanziert. Später hat er zusehen, wie das Land von eben den Mujaheddin vollends in Schutt und Asche gelegt wurde. Er hat, in der Hoffnung, endlich wieder einen Garant für Stabilität gefunden zu haben, der sich obendrein noch als Bündnispartner in den Auseinandersetzungen mit dem Iran anbot, Mitte der 90er Jahre die Bildung der Taliban unterstützt. Und er hat dann 2001 erneut mit den Mujaheddin und Warlords gemeinsame Sache gemacht, als es darum ging, die Taliban wieder aus Afghanistan zu vertreiben.
2001, zu Beginn des internationalen Engagements, standen die Voraussetzungen für die Herausbildung demokratischer Verhältnisse nicht einmal schlecht. Mit großem Enthusiasmus beteiligten sich die Afghanen an der Loya Jirga und stimmten für eine neue Verfassung. Der Moment, in dem die Demokratie scheiterte, war, als der damalige US-Botschafter und die UN dafür sorgten, dass in der Loya Jirga neben den gewählten Delegierten auch 50 Plätze für die Warlords reserviert wurden. Es waren die Afghanen, denen mit diesem skandalösen Akt die Grenzen für den Traum ihrer Demokratie aufgezeigt wurden. Um sich selber die Finger nicht schmutzig machen zu müssen, hatte der Westen mit Kriegsverbrechern paktiert, mit anderen Worten: den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.
Wer so vorgeht, muss sich nicht wundern, wenn Demokratie scheitert. Nicht eine vermeintliche Rückständigkeit der Afghanen steht dem Traum demokratischer Verhältnisse entgegen, sondern die Art und Weise wie der Westen in den letzten Jahrzehnten von außen eingegriffen hat. Taliban, Warlords, Milizen, Drogenbarone – sie alle sind nichts anderes als die Gespenster der Ruinen gescheiterter Interventionen.
1 Université de Technologie Compiègne / Département Génie Chimique, Compiègne/France
2 LUM / 12489
During processing and application of kaolin usually dispersants are used. For optimization evaluation of the sedimentation behaviour of the suspensions can deliver important information. To this end a method for comprehensive characterization of this process is required.
Space and time resolved photometric methods using near infrared (NIR) light enable the measurement of the movement of the boundary towards the supernatant and to characterize clarification processes. X-rays on the other hand give information on concentration profiles in sediment and suspensions. These two methods complement each other to characterize sedimentation and consolidation behaviour.
In this paper the sedimentation and consolidation behaviour of kaolin suspensions was studied by multisample analytical centrifugation with photometric detection. Kaolin, dispersant concentration and centrifugal acceleration was varied. After dewatering of the sediments in the centrifugal field, the distribution of packing density was determined using X-ray measurements.
Laboratory scale evaluation of inclined settling
The LUMiReader instrument can measure space and time resolved extinction (transmission) profiles (STEP technology) in multiple channels using near infrared (NIR) or visible light. This way it measures changes in turbidity and the movement of the boundary towards the supernatant. Even more the angle of inclination can be varied between 0 and 30° from the vertical.
Investigations on settling as function of angel of inclination were carried out on lime suspensions with varying solids concentration.
sedimentation and consolidation behaviour of Flocculated Dispersions Characterized by different methods measuring transmission
T. Sobisch1, A. Zierau1, A. Bjeoumikov2, M. Holke³, D. Lerche1
During technical application and during solid-liquid separation dispersions are often flocculated. While during application sedimentation and consolidation usually have to be avoided or minimized, for solid-liquid separation these are essential. In both cases there is a need for fast reliable methods for comprehensive characterization of these processes.
Space and time resolved photometric methods using near infrared (NIR) light are well suited to measure kinetics of sedimentation and clarification. Using X-rays additional information on concentration profiles in sediments and highly concentrated suspensions can be obtained. Therefore photometric and X-ray measurements can ideally complement each other.
Investigations on sedimentation and consolidation behaviour of flocculated polydisperse quartz suspensions are presented. These were carried out at normal earth gravity as function of flocculant concentration using both transmission measurements with NIR light and X-rays. This was followed by measurement of the compressional behaviour of the sediments formed at earth gravity. To this end multisample analytical centrifugation with photometric detection was used. After dewatering of the sediments in the centrifugal field the space resolved distribution of packing density inside the sediments was determined measuring X-ray transmission.
Es wird eine Multiprobentechnik vorgestellt, die mittels Analytischer Zentrifugation eine beschleunigte Charakterisierung von Entmischungsprozessen (Aufrahmung, Sedimentation, Koaleszenz, Phasenseparation) erlaubt. Hierbei kann die Kinetik dieser Destabilisierungsprozesse direkt zeitgleich für bis zu 12 verschiedene Proben bestimmt werden.
Die Analytische Zentrifugation mißt die den Proben inhärente Stabilität. Erst in der Zukunft ablaufende Destabilisierungsprozesse, die auf langsamen Diffusionsprozessen beruhen, können nicht vorhergesehen werden. In dieser Hinsicht empfiehlt sich eine Kombination mit gängigen Alterungstests. Neben der direkten und indirekten Messung der Dispersionsstabilität kann die Dispersionsstruktur (geflockt/nicht geflockt) und Art der Partikelwechselwirkungen (attraktiv oder repulsiv) sowie die Partikelgrößenverteilung der Produkte charakterisiert werden.
Konzentrationsprofile innerhalb der sich bildenden Sedimente wurden mittels ortsaufgelöster Messung der Röntgentransmission gemessen.